Urteile / Entscheidungen

Hier finden Sie Dokumente mit Urteilen und Entscheidungen.

Datum

Dokument

01.11.2017

Strafvorschrift im Rindfleischetikettierungsgesetz ist verfassungswidrig Strafvorschrift im Rindfleischetikettierungsgesetz ist verfassungswidrig

Karlsruhe (mm) Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Strafvorschrift in § 10 Abs. 1 und 3 Rindfleischetikettierungsgesetz (RiFlEtikettG) mit den verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsanforderungen (Art. 103 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz [GG] sowie Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG) unvereinbar und nichtig ist. Zwar darf der Gesetzgeber die Beschreibung eines Straftatbestandes durch Verweisung auf eine andere Vorschrift ersetzen (Blankettstrafgesetz), die Verweisung in § 10 Abs. 1 RiFlEtikettG lässt jedoch nicht hinreichend klar erkennen, welche Verstöße gegen unionsrechtliche Vorgaben sanktioniert werden sollen. (Az.: 2 BvL 1/15)

01.11.2017

Hohe Anforderungen an Probenahme Hohe Anforderungen an Probenahme

Karlsruhe (mm) Das Oberverwaltungsgericht Karlsruhe hat entschieden, dass eine wesentliche Abweichung des tatsächlichen Nährwertgehalts eines Lebensmittels von den durchschnittlichen Nährwertangaben eine irreführende Kennzeichnung nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch darstellen kann. Die wesentliche Abweichung von lediglich zwei kleinen Stichproben lässt einen solchen Schluss jedoch nicht ohne Weiteres zu. (Az.: 2 [4] SsBs 253/16; 2 [4] SsBs 253/16 - AK 96/16)

01.11.2017

Werbung mit Nutzerbewertungen zum Erfolg von „Abnehmprodukten“ ist unzulässig Werbung mit Nutzerbewertungen zum Erfolg von „Abnehmprodukten“ ist unzulässig

Karlsruhe (mm) Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Nichtzulassungsbeschwerde eines Herstellers und Vertreibers von Lebensmitteln zurückgewiesen, der in seinem Internetauftritt ein Produkt mit Aussagen über eine Gewichtsreduktion und über verbesserte Blutzuckerwerte beworben hatte. (Az.: I ZR 233/15)

01.11.2017

Europäische Richter haben zu „Rescue“-Produkten entschieden Europäische Richter haben zu „Rescue“-Produkten entschieden

Luxemburg/Stadt (mm) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat über die Vorlagefragen des BGH zu den „Rescue“-Produkten entschieden. Die Vorlagefragen betrafen folgende Bereiche: Einordnung der Produkte als alkoholische Getränke, Wirknachweise für unspezifische Verweise auf die Gesundheit, Übergangsfristen für Marken mit Gesundheitsbezug. Wir berichteten über die Vorlageanfrage in „Der Lebensmittelkontrolleur“, Ausgabe 3/15. (Az.: C-177/15)

01.11.2017

Pilotprojekt „Gastro-Kontrollbarometer“ in Duisburg und Bielefeld rechtswidrig Pilotprojekt „Gastro-Kontrollbarometer“ in Duisburg und Bielefeld rechtswidrig

Münster (mm) Das Oberverwaltungsgericht Münster hat entschieden, dass die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nach dem Verbraucherinformationsgesetz (VIG) keinen Anspruch darauf hat, dass die Lebensmittelüberwachungsbehörden die im Rahmen der Risikobeurteilung von Gastronomiebetrieben ermittelten Punktwerte herausgeben. (Az.: 13 A 846/15, 13 A 2059/15)

01.11.2017

Die Angabe „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe Die Angabe „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe" ist zulässig, obwohl Hefeextrakt enthalten ist

Hamburg (mm) Ein Produkt war mit dem Claim „Natürlich ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ beworben worden, obwohl darin ausweislich des Zutatenverzeichnisses Hefeextrakt enthalten war. Die Richter gaben dem Hersteller recht. (Az.: 5 U 265/11)

01.11.2017

Wettbewerbswidrigkeit der Bewerbung von Nahrungsergänzungsmitteln Wettbewerbswidrigkeit der Bewerbung von Nahrungsergänzungsmitteln

Karlsruhe (mm) Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision eines Vertreibers von Nahrungsergänzungsmitteln zurückgewiesen, der sich gegen die Verurteilung zur Unterlassung von Aussagen wie „Die Repair Kapseln sorgen für eine tolle Haut, fülliges Haar und feste Fingernägel“ für ein Nahrungsergänzungsmittel gewendet hatte. (Az.: ZR 81/15)

01.11.2017

Erste Entscheidungen zu Gebühren für niedersächsische Regelkontrollen Erste Entscheidungen zu Gebühren für niedersächsische Regelkontrollen

Lüneburg/ Braunschweig/ Hannover (mm) Mehrere niedersächsische Verwaltungsgerichte haben in letzter Zeit erstinstanzliche Entscheidungen zur Gebührenpflicht für Regelkontrollen getroffen. Im Tenor heißt es grundsätzlich, dass die Heranziehung von Lebensmittelunternehmen zu den Kosten für Plankontrollen im Rahmen der Lebensmittelüberwachung in Niedersachsen grundsätzlich rechtmäßig ist. Dennoch sind die jedoch sind die Gebührentarife unzulässig. (Az.: 6 A 121/15, 5 A 141/15, 15 A 610/15, 15 A 1932/15, 15 A 2238/15)

01.11.2017

Kennzeichnungspflicht für Geflügelfleisch bestätigt Kennzeichnungspflicht für Geflügelfleisch bestätigt

Luxemburg/Stadt (mm) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 30.06.2016 die Kennzeichnungsvorschriften für Geflügelfleisch nach Art. 5, Abs. 4b der Verordnung (EG) Nr. 543/2008 für rechtskonform erklärt. (Az.: C-134/15)

01.11.2017

EuGH muss zu „Champagner-Sorbet“ entscheiden EuGH muss zu „Champagner-Sorbet“ entscheiden

Karlsruhe (mm) Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof mehrere Fragen zur Zulässigkeit der Verwendung der Bezeichnung „Champagnersorbet“ vorgelegt und den Streit zwischen einem namhaften Discounter und dem Champagner-Verband vorrübergehend ausgesetzt. (Az.: I ZR 268/14)