Risiken neuer Materialien frühzeitig erkennen

Foto: https://www.stock.adobe.com/

 

Auftakttreffen der behördenübergreifenden Arbeitsgemeinschaft „Advanced Materials“

Die Arbeitsgemeinschaft will einen Überblick über AMs erlangen, verschiedene Anwendungsfelder betrachten und Kategorisierungskonzepte entwickeln. Parallel geht es um die Risikofrüherkennung.

Druckbare Bauteile, Leichtbauelemente für Autos oder Nano-Carrier-Systeme in Kosmetika und Lebensmitteln – solche innovativen funktionellen Materialien bezeichnet die Materialforschung als „Advanced Materials" (AMs). Sie haben besondere Eigenschaften auf atomarer oder molekularer Ebene und ein großes Anwendungspotenzial in den Bereichen Wissenschaft, Technik und Medizin. Der Terminus umfasst beispielsweise Nanomaterialien mit speziellen elektrischen oder optischen Eigenschaften oder Biomaterialien, die in der Zellkultur oder bei der Medikamentenabgabe eingesetzt werden können. Damit grenzen sich AMs von den sogenannten konventionellen Materialien wie Metall, Beton und Plastik/Kunststoff ab.

Die Entwicklung von AMs wird im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union und der Materialdachstrategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Diese funktionellen Materialien gelten als eine Schlüsseltechnologie, um eine führende Rolle der europäischen und somit auch deutschen Industrie im globalen Wettbewerb zu garantieren und zur Steigerung des Wachstums in Europa beizutragen. Vor diesem Hintergrund sollen frühzeitig auch mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken erkannt werden, die von den neuen Materialien ausgehen könnten. Deswegen wurde die behördenübergreifende Arbeitsgemeinschaft „Advanced Materials“ unter der Leitung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) etabliert. Sie soll den zukünftigen Umgang mit dieser vielfältigen und unüberschaubaren Materialklasse regulatorisch und von Seiten der gesundheitlichen Bewertung und Risikofrüherkennung beleuchten. Das Auftaktgespräch mit teilnehmenden Personen aus Ministerien, Behörden und Forschungsinstituten fand am 4. und 5. November 2020 in digitaler Form statt.

Die Arbeitsgemeinschaft will einen Überblick über AMs erlangen, verschiedene Anwendungsfelder betrachten und Kategorisierungskonzepte entwickeln. Parallel geht es um die Risikofrüherkennung. Der grundlegende Ansatz dabei ist, nicht alle AMs als Ganzes zu be-trachten, sondern vielmehr einzelne, besorgniserregende Materialen anhand wissenschaftlicher Kriterien zu identifizieren. Damit dies gelingen kann, wird die Arbeitsgruppe auch Kriterien für die Risikofrüherkennung entwickeln. Diese Kriterien unterstützen das Risikomanagement und informieren politische Entscheidungsträger im Hinblick auf nötige Anpassungen, beispielsweise für die Regulation.

Hier geht es zur vollständigen Mitteilung Nr. 001/2021 des BfR vom 19. Januar 2021

Quelle:

https://www.bfr.bund.de/

Zurück