Urteile / Entscheidungen

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29.07.2018

Die Stadt Hamburg und der spanische Biogemüsehändler Frunet trennen sich nach falschen EHEC-Warnungen in einem Vergleich Die Stadt Hamburg und der spanische Biogemüsehändler Frunet trennen sich nach falschen EHEC-Warnungen in einem Vergleich

Hamburg (fs) Nachdem das Landgericht Hamburg dem Amtshaftungsprozess des Klägers zunächst stattgab, legte die Stadt Hamburg Berufung vor dem Oberlandesgericht ein. Um eine genaue Feststellung der Höhe des Schadens zu vermeiden und damit Prozesskosten zu sparen, einigten sich beide Parteien in einem Vergleich. Der anfängliche Schadenersatz von 2,3 Millionen EUR zugunsten des Klägers reduzierte sich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. (Verfahren vor dem LG Hamburg, Az.: 303 O 379/11)

29.07.2018

Behördliche Informationspflicht der Öffentlichkeit nach § 40 Abs. 1a LFGB nicht mit Berufsausübungsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) vereinbar Behördliche Informationspflicht der Öffentlichkeit nach § 40 Abs. 1a LFGB nicht mit Berufsausübungsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) vereinbar

Karlsruhe (fs) Der Normenkontrollantrag der Landesregierung Niedersachsen hatte vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg. Diese ließ die Regelung des § 40 Abs. 1a LFGB überprüfen, weil sie Bedenken hinsichtlich des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und des Grundrechts auf Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) hatte. Die Richter folgten der Argumentation und erklärten die Norm für unverhältnismäßig im engeren Sinne, weil eine zeitliche Befristung der Veröffentlichung von Verstößen fehle. (Az.: 1 BvF 1/13)

29.07.2018

Weitere Entscheidung zu Pflichtangaben nach LMIV Weitere Entscheidung zu Pflichtangaben nach LMIV

Düsseldorf (mm) Nach den verpflichtenden Informationen über Lebensmittel sieht Artikel 9 Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) vor, dass dem Zutatenverzeichnis das Wort „Zutaten“ vorangestellt wird und das Mindesthaltbarkeitsdatum mit den Worten „mindestens haltbar bis …“ angegeben wird. (Az.: 34 O 16/16)

29.07.2018

Irreführende Werbung mit Aussage „Nach traditioneller Metzgerkunst“ Irreführende Werbung mit Aussage „Nach traditioneller Metzgerkunst“

Offenburg (mm) Es ist eine irreführende Werbung, wenn ein Fleischwerk eines Lebensmittelhändlers ohne Einschränkung die Aussage „nach traditioneller Metzgerkunst“ verwendet, wenn nur ein Teil der beworbenen Produkte handwerklich hergestellt ist. (Az.: 5 O 54/16 KfH)

29.07.2018

Bezeichnung „Oliven-Mix“ ist nicht irreführend Bezeichnung „Oliven-Mix“ ist nicht irreführend

Frankfurt/Main (mm) Wird eine Olivenmischung, die aus grünen und geschwärzten grünen Oliven besteht, jedoch keine natürlich gereiften schwarzen Oliven enthält, unter der Bezeichnung „Oliven-Mix in würziger Kräutermarinade“ angeboten, liegt darin keine Irreführung des Verbrauchers über die Zusammensetzung des Produkts, wenn die Oliven in der Verpackung sichtbar sind und die Zusammensetzung im Zutatenverzeichnis auf der Verpackung zutreffend angegeben ist. In diesem Fall bedarf es insbesondere keines ausdrücklichen Hinweises auf der Verpackung, dass das Produkt keine natürlich gereiften schwarzen Oliven enthält. (Az.: 6 U 122/16)

29.07.2018

Erhebung von Gebühren für amtliche Kontrollen in der Futtermittelüberwachung rechtswidrig Erhebung von Gebühren für amtliche Kontrollen in der Futtermittelüberwachung rechtswidrig

Lüneburg (mm) Für amtliche Kontrollen in der Futtermittelüberwachung dürfen keine Gebühren in der bisherigen Form erhoben werden. Das hat das niedersächsische Oberverwaltungsgericht am 21.12.2017 entschieden. Damit haben mehrere Unternehmen einen juristischen Erfolg gegen das für die Überwachung der Futtermittel zuständige Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) erzielt. (Az.: 13 LC 161/15, 13 LC 165/15, 13 LC 166/15, 13 LC 115/17)

29.07.2018

EuGH entscheidet zu Online-Einzelhandel mit Bio-Produkten EuGH entscheidet zu Online-Einzelhandel mit Bio-Produkten

Luxemburg/Stadt (mm) Sogenannte Bio-Produkte dürfen über den Onlinehandel nur dann vertrieben werden, wenn der Händler durch die zuständige Öko-Kontrollstelle zertifiziert ist. Der Befreiungstatbestand des § 3 Abs. 2 ÖLG gelte nicht für Onlinehändler, da hierfür ein Verkauf unter gleichzeitiger Anwesenheit des Unternehmers oder seines Verkaufspersonals und des Endverbrauchers erforderlich sei, was im Fernabsatzhandel nicht zutreffe. (Az.: C-289/16)

29.07.2018

„Champagner-Sorbet“ verletzt nicht zwingend geschützte Ursprungsbezeichnung „Champagne“ „Champagner-Sorbet“ verletzt nicht zwingend geschützte Ursprungsbezeichnung „Champagne“

Luxemburg/Stadt (mm) Speiseeis kann unter der Bezeichnung „Champagner-Sorbet“ verkauft werden, wenn es als wesentliche Eigenschaft einen hauptsächlich durch Champagner hervorgerufenen Geschmack hat. Ist das der Fall, profitiert diese Bezeichnung des Erzeugnisses nicht unberechtigt von der geschützten Ursprungsbezeichnung „Champagne“. Dies entschied der Gerichtshof der Europäischen Union. (Az.: C-393/16)

05.02.2018

Über den Tellerrand geschaut – Entscheidungen aus aller Welt - USA: „Liebe“ ist keine Zutat Über den Tellerrand geschaut – Entscheidungen aus aller Welt - USA: „Liebe“ ist keine Zutat

(mm) Was gehört zu einem guten Müsli? – Haferflocken, Nüsse, vielleicht Rosinen – aber keine Gefühle. So sieht es jedenfalls die US-Aufsichtsbehörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA). Diese hat eine Großbäckerei im US-Bundesstaat Massachusetts aufgefordert, sich bei der Auflistung der Zutaten eines Müslis in Zukunft auf handfeste Bestandteile zu beschränken.

05.02.2018

Anforderungen an Auftauhinweis gemäß LMIV Anforderungen an Auftauhinweis gemäß LMIV

Hamburg (mm) Bei Lebensmitteln, die vor dem Verkauf tiefgefroren und wieder aufgetaut werden, muss der rechtlich vorgeschriebenen oder der verkehrsüblichen Bezeichnung gemäß Art. 17 Abs. 5 i. V. m. Anhang VI Teil A Nr. 2 LMIV der hinzuzufügende Zusatz „aufgetaut“ nicht mehrfach, sondern nur einmal auf der Verpackung erscheinen, ohne dass dies gerade auf deren Vorderseite zu geschehen hätte. (Az.: 5 Bs 61/17)